Phase 2 - Bauausführung - Wissen - NaBEK

Baugenehmigung

Generell gilt: Ohne Baugenehmigung sollte nicht mit der Bauausführung begonnen werden! Trotz der unstrittigen Allgemeingültigkeit dieser Aussage gibt es in der Praxis immer wieder vereinzelte Projekte, deren Bau ohne eine Baugenehmigung begonnen bzw. auch fertig gestellt wird. Dies kann zu erheblichen Schwierigkeiten für das Projekt führen, wenn z.B. die zuständigen Behörden eine zweckbestimmte Nutzung aufgrund der fehlenden Baugenehmigung und/ oder Bauabnahme untersagen.

Baustandards & Verträge

In vielen Ländern des Globalen Südens besteht ein Mangel an geeigneten baurechtlichen Standards für die Planung und Umsetzung von Bauvorhaben, z.B. zu erdbebensicherem Bauen. Grundsätzlich sind in jedem Land die geltenden Bauvorschriften einzuhalten. Sind diese in den Einsatzländern jedoch nicht oder nur unzureichend vorhanden sollten die bestehenden Regeln durch geeignete internationale Standards ergänzt werden.

Verträge schaffen Klarheit über Rechte und Pflichten der beteiligten Parteien (Bauherr*innen, Planer*innen und Baufirmen) und tragen so zur Vermeidung sowie zur Klärung von Konfliktsituationen bei. So können die geplanten Qualitätsanforderungen sowie die (fairen) Zahlungskonditionen definiert und auch Gewährleistungspflichten bei auftretenden Mängeln und Bauschäden festgehaltenwerden.

Baumanagement

Die Anwendung eines angepassten, qualifizierten Baumanagements über alle Phasen von Bauvorhaben ist eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Projektrealisierung. Damit ist vor allem der Einsatz von erfahrenen Baufachleuten und ausreichend qualifiziertem Personal gemeint. Häufige Personalwechsel sollten möglichst vermieden werden, da eine Kontinuität im Projektteam ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Wissensweitergabe und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit darstellt. Das gilt insbesondere auch für die Bauausführung. Vorzugsweise sollte für die Planung, Bauleitung und Bauausführung auf lokales Personal zurückgegriffen werden. Bei Bauvorhaben mit hohen Anforderungen, für die es keine lokalen Kapazitäten gibt, ist der Rückgriff auf externe, aus benachbarten Regionen stammende oder sogar internationale Fachplaner, Baufirmen und Handwerker unumgänglich.

Grundlage für die Bauausführung ist eine detaillierte Werkplanung - diese ist zwingend erforderlich, um eine ausreichende bis sehr gute Bauqualität zu erreichen. In der Werkplanung sollten möglichst alle technischen Details von der Anzahl und Form des Bewehrungsstahl bis hin zur Wandfarbe definiert sein. Neben den zeichnerischen Werkplänen (i.d.R. M 1:50) erfolgt dies vor allem in einer detaillierten Bau- und Leistungsbeschreibung.

Quellen: siehe „NaBEK Handbuch“