Phase 3 - Fertigstellung, Nutzung und Instandhaltung

Fertigstellung

Die Identifikation mit und die Nutzbarkeit des Gebäudes durch die zukünftigen Nutzer*innen ist ein wichtiger Faktor für den Erhalt eines guten Gebäudezustands. Daher stellt sich die Frage, ob und in welchen Fällen es sinnvoll ist, ein komplett fertiges Gebäude durch Baufachpersonal zu erstellen oder Anpassungen durch die künftigen Nutzer*innen zu ermöglichen, z.B. durch eine Teilfertigstellung mit der Option des Endausbaus in Eigenregie. Einige Konzepte für „transitional shelter“ verfolgen letzteren Ansatz. In der Praxis haben viele der Teilnehmer-Organisationen bereits positive Erfahrungen mit erweiterbaren Wohngebäuden gesammelt, bei denen z.B. ein Teil des Gebäudes (Schlafraum und Bad) fertiggestellt und eine Terrasse für eine spätere Erweiterung ausgelegt wurde. Wenn der Ausbauzustand bei Projektabschluss jedoch keine adäquate Gebäudenutzung ermöglicht, kann es hingegen zu Konflikten mit den Auflagen von Fördergebern kommen. Denn diese verlangen meist eine komplette Fertigstellung der Gebäude bei Projektabschluss.
Eine gemeinsame Bauabnahme von Bauherr, Baufirma/Handwerksbetrieb und Bauleiter dient der Feststellung und Dokumentation von Mängeln, die dann durch den ausführenden Betrieb beseitigt werden müssen.

Gebäudenutzung & -erhalt

Bereits zu Projektbeginn muss die Frage nach geeigneten Konzepten für die langfristige Nutzung und den langfristigen Erhalt des Gebäudes betrachtet werden: Kann das Gebäude an geänderte Nutzungsanforderungen angepasst werden? Wie ist das Gebäude instand zu halten? Sind lokale Fachkräfte oder sogar die Nutzer*innen selbst in der Lage, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten am Bauwerk und/ oder an der technischen Gebäudeausrüstung durchzuführen oder können diese dazu befähigt werden?
Nach Fertigstellung ist es notwendig, weitere Maßnahmen für den langfristigen Erhalt des Gebäudes zu ergreifen. Diese können die Benennung eines Verantwortlichen, die Erstellung eines Wartungs- und Instandhaltungsplans, die Bildung von Rücklagen, die Erstellung von Nutzungshinweisen und Durchführung von Nutzerschulungen etc. sein. 

Evaluierung/Monitoring

Um Erfahrungen und Wissen aus abgeschlossenen Projekten für aktuelle oder künftige Bauvorhaben zu nutzen, sind Evaluierungen – des baulichen und technischen Zustands der Gebäude, der Verbräuche und der Nutzer*innenzufriedenheit – von entscheidender Bedeutung. Viele professionelle Organisationen bedienen sich dieses Mittels. Allerdings erfolgen die meisten Evaluierungen selten längere Zeit nach Abschluss eines Projektes, also zu einem Zeitpunkt, zu dem nur wenig oder keine Erkenntnisse zur Gebäudenutzung und/ oder möglichen versteckten Mängeln vorliegen. Daher empfiehlt es Evaluierungen auch nach längerer Nutzungsphase (z.B. nach 5 Jahren) durchzuführen.

Quellen: siehe „NaBEK Handbuch“